Die Lerntypen – Teil 3: Der interaktive Typ

Bei diesem Lerntyp möchte ich zunächst einmal eine kleine Definition anbringen, denn interaktive Wissensaufnahme kann auf verschiedene Art und Weise interpretiert werden. Dieser Lerntyp lernt durch Handlung/Interaktivität. Dabei ist es für diesen Lerntyp zunächst unerheblich, ob

a.) man selbst versucht, sich etwas anzueignen
b.) man etwas erklärt bekommt und dann befolgt
c.) man eine Handlung nachahmt

Wichtig ist zunächst einmal, dass eine Handlung vollzogen wird.

Was ich hier so trivial skizziert habe, ist in Wirklichkeit ein höchst komplexer kognitiver Prozess. Der interaktive Lerntyp kann 2 verschiedene Muster der Wissensverarbeitung nutzen:

a.)Erinnerungsvermögen

Kennen Sie dieses Phänomen? Als Beifahrer im Auto war die Strecke von A nach B gar nicht so kompliziert. Aber wenn Sie selbst die Strecke fahren, kommt sie Ihnen wie ein Irrgarten vor. Wenn Sie aber dann mühevoll den Weg gefunden haben, vergessen Sie ihn nicht wieder.Dies ist ein typisches Beispiel für die Tatsache, dass eigene Handlungen am besten im Gedächnis bleiben. (Einschränkung: Mit einem Navigationsgerät im Auto reduziert sich dieser Erkenntniseffekt deutlich)

b.)Verständnis

Nicht nur das Erinnerungsvermögen wird durch Interaktion angesprochen. Mit interaktivem Lernen ist man wesentlich mehr in den Lernprozess eingebunden. Sie werden dazu angehalten, die einzelnen Aktionen logisch miteinander zu verknüpfen; auf diese Art und Weise erschliessen sich Ihnen viel eher komplexere Zusammenhänge

Wie spricht man also den interaktiven Lerntyp am besten an?

Falls es um das Erlernen von Software geht; hier helfen interaktive Simulationen am besten. Linear durchgeplante Klickstrecken ermöglichen das interaktive Ausprobieren von Software. Sie können hierbei den Schwierigkeitsgrad verändern, indem Sie z.B. mit den Informationen sparsamer sind und den User selbst den Weg finden lassen. (Achtung: Das heisst nicht, dass Sie den User bei komplexeren Anwendungen nur wild klicken lassen. Orientieren Sie die Anweisungen am Wissenstand der Lerner. Haben Sie keine genauen Daten über die Zielgruppe, planen Sie den Schwierigkeitsgrad für das untere Wissensdrittel ein – ansonsten laufen Sie Gefahr, die schwächsten Lerner zu verlieren)

Sie wollen andere Wissenselemente zur Verfügung stellen? Versuchen Sie, kleine Lernspiele einzubauen, oder geben Sie ihrem Lerner die Chance, interaktiv Wissen zu erwerben. Fordern Sie ihn beispielsweise auf, sich Inhalte auf einer Seite einzuprägen und diese mittels einer Selbstkontrolle in einem Quiz spielerisch abzufragen. Aber denken Sie daran, dass diese Selbstkontrolle keine Prüfung ist, sondern nur ein didaktisches Element.

Allerdings möchte ich Sie auch noch auf den zeitlichen Aufwand hinweisen. Je mehr Interaktivität Sie planen, desto mehr Lernzeitdauer sollten Sie einkalkulieren.

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