Open Source – Die Kathedrale und der Basar

Open Source Software ist schwer im Kommen, das konnte man besonders gut auf der Learntec sehen, als gefühlt jeder dritte Anbieter etwas mit Open Source zu tun hatte. Da stellt sich natürlich die Frage, warum inzwischen Open Source ein so bedeutsames Marktsegment geworden ist. Was ist die Erklärung dafür, dass laut einer EU-Studie im Jahre 2010 mehr als 30% aller IT-Dienstleistungen über Open Source ablaufen?

Es wäre zu einfach, nur alleine die sehr viel niedrigeren Kosten anzuführen. Vielmehr ist – meiner bescheidenen Ansicht nach – die ständige Weiterentwicklungsmöglichkeit der allergrösste Vorteil.

Proprietäre Programme werden manchmal fehlerhaft ausgeliefert, Bug hin – Bucks her, und bis der Fehler behoben ist, muss man unter Umständen längere Zeit warten, um im schlimmsten Falle noch zusätzliche Kosten für ein Upgrade einzuplanen. Wieviel einfacher und schneller geht es doch bei der Open Cource – Community. Man denke nur an die schnelle Fehlerbeseitigung bei Samba 2.0.1 (wenige Stunden)! Bei proprietärer Software hätte es ungleich länger gedauert.

Dieses schnelle Aufspüren von Schwachstellen und deren ebenso schnelle Ausbesserung ist von keinem kommerziellen Softwareunternehmen zu bewerkstelligen. Deshalb wird Open Source gerade bei den vielzitierten kleinen Unternehmen und natürlich bei den Privatpersonen ein gewichtiges Marktsegment bleiben.

Aber ganz klar, die großen Anbieter werden nicht davon verdrängt werden. Gerade im B2B-Bereich ist gegenüber Open Source – Produkten ein großes Vorbehalt zu spüren. Hier gilt das Motto: „Was nichts kostet, kann nichts sein.“ Das ist nicht nur negativ gemeint. Firmen erwarten oft auch ein zusätzliches Supportkontingent oder schnelle Abhilfe bei Problemen und natürlich auch, daß jemand für die Software verantwortlich ist. Das lässt sich bei dieser Software oftmals nicht gewährleisten. Wir werden sehen, was die Zukunft für die „freie“ Software bringen wird. Manche Software wird sich definitv halten können; es ist nur schwer vorauszuahnen, wie stark sich weiterhin die Communities einsetzen werden.

Wer sich mit dem Thema „Open Source und Recht“ auseinandersetzen möchte, oder auseinandersetzen muss, dem sei ein Besuch auf der Homepage ifross des Instituts für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software in Berlin empfohlen.

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